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Freitag, 19. Juli 2013

Bär-Kinder II

Auch wenn Bär von der Wassermühle, der letzte noch potente Kater aus der Zucht von Frau Aschemeyer, ein gestandener Kater von fast 10 Jahre war, als er die hübsche Nikita aus der Zucht "von Germangora" kennenlernte, fand er schnell Gefallen an der liebeswilligen Dame und es dauerte nicht lange, dass sich die beiden einig waren.


Schon wenige Wochen nach der Hochzeit der beiden zeigten sich erste Zeichen dafür, dass wieder kostbarer Nachwuchs zu erwarten war. Jetzt war vor allem spannend, wie viele Kätzchen im Bauch von Nikita heranwachsen würden.




Am 11.Juli 2013 war es dann so weit und der zweite Wurf von Bär wurde in einer leichten Geburt geboren. Sehr erfreulich ist nicht nur, dass alle gesund und munter sind und mit guten Gewichten zur Welt kamen, sondern auch dass nun gleich fünf kleine Bär-Kinder das Erbe der alten DLH-Linien in sich tragen.

Nikita von Germangora

Wie schon in ihrem erstem Wurf erweist sich Nikita als ausgezeichnete Mutter, die durch einen reichen Milchfluss ihre Kleinen schnell wachsen lässt. Entspannt kümmert sie sich vorbildlich um die kleinen Kätzchen.

Bärs bunte Kinderscharkurznach der Geburt


Durch diesen Wurf werden in Zukunft für die Erhaltungszucht sehr wichtige Verpaarung möglich sein, durch die sich das Erbe der Deutsch Langhaarkatzen aus alten Linien nicht immer weiter verdünnt. Besonders positiv ist dabei, dass Bär so gesund ist, dass er auch in höherem Alter gesunde und große Würfe zeugen kann.

Bei Mama schläft es sich schön


Freitag, 6. Juli 2012

Nun ist es offiziell


Nidi von Germangora (black tabby mc.)


Seit dem 1.Juli 2012 ist die Wiederanerkennung der Deutsch Langhaarkatze durch die World Cat Federation (WCF) in Kraft getreten. Damit gehört die Rasse nun wieder zur Gemeinschaft der international anerkannten Katzenrassen.



Leeloo von Sinthari (black silber torbie cl.)

Die WCF ist einer der größten internationalen Katzenzuchtverbände, der mehr als 370 Einzelorganisationen aus der ganzen Welt angehören. Katzen, die hier anerkannt sind, können weltweit gezüchtet und ausgestellt werden. Die Anerkennung in einem so großen Verband ist somit nichts Alltägliches. Zusammen mit Perser, Colourpoint, British Longhair und Traditional Longhair wurde die Deutsch Langhaar der Langhaarklasse zugeordnet.



Amber von Sinthari (black silver torbie cl./white)

Auf der Website des Verbandes findet man neben dem Rassestandard auch eine ausführliche Rassepräsentation, in der die charakteristischen Merkmale und Eigenschaften einer Deutsch Langhaarkatze dargestellt werden.


Taranis von Sinthari (black tabby cl.)

Nun, was ändert sich durch die Anerkennung? Für den Liebhaber dieser Katzen kann man das ganz kurz beantworten: gar nichts. In Bezug auf die Zucht ist das nicht viel anders, denn auch schon vorher hielten sich die Züchter selbstverständlich an die Regeln ihres Zuchtvereines, die Kitten bekamen von dort ihre Abstammungsnachweise und die Züchter taten ihr Möglichste, um gesunde und typische Deutsch Langhaarkatzen zu züchten. Das wird auch in Zukunft so sein, nur die Aufnahme von Foundationtieren in die Zuchtbücher wird von vier Begutachtungen durch Showrichter abhängen, die beurteilen, ob die Katze dem Standard weitgehend entspricht.


Ylang von Sinthari (blak silver tabby cl.)

Nur auf Katzenausstellungen gibt es ganz deutliche Änderungen. Bisher musste eine Deutsch Langhaarkatze außer Konkurrenz teilnehmen. D.h. die Katze wurde zwar von einem Richter beurteilt und der Besitzer bekam einen Bericht darüber, Championtitel o.Ä. waren aber nicht zu gewinnen. Auch konnte die Katze nicht gegen andere Rassekatzen konkurrieren und z.B. als beste in der Langhaarklasse oder gar "Best in Show" gewinnen. Das wird durch die Anerkennung nun möglich und bei mehreren Deutsch Langhaarkatzen fehlt nicht mehr viel, um den ersten Championtitel in der modernen Geschichte der Deutsch Langhaarkatze zu erreichen.

Sonntag, 19. Juni 2011

Die Heidegeister



Ich freue mich, dass seit knapp 2 Jahren eine Deutsch Langhaar Katze mit uns zusammen lebt. Das erstmal habe ich vor ca. 10 Jahren in einer Katzenzeitschrift von der Deutsch Langhaar gelesen. Die Katzen von R. Aschemeier haben mich fasziniert und es stand fest, irgendwann möchte ich eine DLH haben. Es hat zwar ein wenig länger gedauert, aber nun ist es ja soweit und ich bin total begeistert von dieser wunderbaren Rasse.


Als Hazel einzog hatte sie in null Komma nichts alle um ihre Kralle gewickelt. Selbst gegenüber Fremden ist sie sehr freundlich und aufgeschlossen.

 


Unsere Zucht steht noch ganz am Anfang, aber ich freue mich bei der Erhaltungszucht dieser wunderbaren Rasse mitmachen zu können.
Diese drei kleinen Süßen wurden am 24.12.2010 geboren.
Die Eltern sind Hazel und Halldor.
Arik, der jetzt Filou heißt, ist mittlerweile ins sein neues Zuhause gezogen.
Arabella bleibt bei uns, als Nachwuchsstar und Aiko sucht noch sein neues Zuhause.



 

Freitag, 17. Juni 2011

Der letzte Mohikaner

Aus heutiger Sicht finde ich es erstaunlich, dass Schwangarts Idee einer pflegeleichten und ursprünglichen Langhaarkatzenrasse gegen Ende des 20. Jahrhunderts fast völlig in Vergessenheit geriet - vor allem wenn man bedenkt, dass gleich nach Einführung der neuen Ausstellungsklassen 1929 Deutsch Langhaarkatzen zahlreich auf den ersten Katzenausstellungen in Berlin, München, Leipzig, Magdeburg, Düsseldorf und Hannover vertreten waren. Man kann in den Ausstellungsberichten so klangvolle Züchternamen wie "von der Hohen Pforte", "von Goldhausen", "vom Münchener Kindl" oder "von der Moorweide" lesen. Teilweise reisten Züchter durch halb Deutschland, um ihre Deutsch Langhaarkatzen anderen Katzenliebhabern zu zeigen.

In vergleichsweise kurzer Zeit wurde die Rasse so bekannt, dass Künstler sie vor rund 75 Jahren auf Ansichtskarten verewigten:

Historische Ansichtskarte

Was aber geschah mit diesen schönen Langhaarkatzen nach dem Zusammenbruch alter Ordnungen und Traditionen in den Wirren des 2. Weltkrieges? Viel ist nicht darüber zu finden, aber regelmäßig wurde die Schwangart'sche Katzenrasse auch in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts in Fachbüchern erwähnt. Kennern von Katzenrassen war sie also sehr wohl noch in Erinnerung, auch wenn die Öffentlichkeit keine Notiz mehr von ihr nahm.

Verständlicherweise widmeten sich immer weniger Züchter der Zucht von Deutsch Langhaarkatzen und man könnte meinen, dass sie zur Jahrtausendwende völlig ausgestorben wäre, wenn 2005 Dagmar Thies nicht folgendes in ihrem Buch "Rassekatzen züchten" erwähnt hätte:

"Doch auf der damaligen Basis, wird seit 1968 die Zucht dieser besonders freundlichen, menschenbezogenen Rasse von R. Aschemeier, vor allem mit Tabbyzeichnung sowie in Rot und Schwarz, fortgesetzt..."

Es gab also 2005 noch mindestens eine Zucht, die sich seit fast 40 Jahren der Deutsch Langhaarkatze widmete und es gab Katzenkenner, die wussten, wer R.Aschemeier war. Es stellte sich heraus, dass Frau Renate Aschemeier, eine inzwischen hochbetagte Dame, über so lange Zeit ihrer Rasse die Treue gehalten und daran geglaubt hatte, dass diese schönen Katzen es wert wären, erhalten zu bleiben. Trotz aller Schwierigkeiten eines solchen Alleinganges über Jahrzehnte sind die Katzen von Frau Aschemeier typische Deutsch Langhaarkatzen und die Ähnlichkeit zu historischen Zeichnungen sind unverkennbar:

Bär, black tabby mc. Kater

historische Ansichtskarte

Auch die wenige Fotografien von Deutsch Langhaarkatzen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen diesen Typ von Katze, mal mit etwas mehr, mal mit etwas weniger Fell:

Fuchs von der Rheinburg (Bundessieger 1932)

DLH aus "Unsere Katze" von Otto Fehringer (1942)

Bömmel, black tabby mc. Katze

Schätzchen, black tabby mc. Katze

Doretta, black Katze

Ilex , black tabby mc. Kater

Zu schön wäre es gewesen, wenn diese letzten Deutsch Langhaarkatzen, die in direkter Linie auf die DLH aus Schwangarts Zeiten zurückgehen, die Basis eines Erhaltungszucht-Projektes hätten werden können. Aber leider zeigte sich, dass fast alle das fortpflanzungsfähige Alter schon überschritten hatten. Deshalb liegen jetzt alle Hoffnungen auf dem schwarz getigerten Bär, der durch seine Nachkommen den Grundstock einer echten Deutsch Langhaar-Erhaltungszucht legen könnte.

Bär von der Wassermühle, black tabby mc. Kater

Mittwoch, 15. Juni 2011

Seiner Zeit voraus

Als ich das erste Mal den Namen "Deutsch Langhaarkatze" hörte und Bilder von wunderschönen Langhaarkatzen sah, wusste ich sofort, dass das genau das ist, was ich gesucht habe: Eine gesunde, pflegeleichte und unkomplizierte Katze mit langem Fell und ohne züchterische Übertreibungen. Das waren genau die Angorakatzen aus meiner Kindheit, die mich schon damals beeindruckt hatten.


Deutsch Langhaarkatze vor 1945

Als ich nachforschte, was es mit der DLH auf sich hat, war ich sehr erstaunt, dass ein Prof. Schwangart schon vor über 80 Jahren die Idee hatte, die in Deutschland vorkommenden Langhaarkatzen vor dem Schicksal der Perser in England zu bewahren. In nur wenigen Jahrzehnten hatten Züchter dort eine Katzenrasse geschaffen, die bereits zu Zeiten Schwangarts erahnen ließ, wohin es züchterisch einmal gehen würde - immer breitere und kürzere Nasen mit immer mehr Fell und einer deutlich gewölbten Stirn.

Perser um 1933

Da Friedrich Schwangart offensichtlich ein sehr naturverbundener Mensch war, wollte er durch die Festschreibung eines Standards und der Einrichtung entsprechender Ausstellungsklassen dafür sorgen, dass neben den Persern auch eine Langhaarrasse gezüchtet werden konnte, die anatomisch mehr den ursprünglichen Langhaarkatzen Europas um die Jahrhundertwende entspricht.


ursprüngliche Perserkatze um 1900 (aus "Book of the Cats", GB)


In einer seiner Veröffentlichungen schrieb Schwangart dazu:

"Nun stellt aber der richtige Perser – Muster waren die Stücke des „Cat Club de France et de Belgique“ auf der letzten Dresdner Ausstellung, auch die Berliner zeigte solche Importen -, ein stark einseitiges Zuchtprodukt dar, mit seinem mopshaft überstumpfen, wenn auch noch so interessanten und imposanten Gesicht und seiner klobig vorgetriebenen Stirn, und ihm steht ein ursprünglich gearteter Formtyp von Langhaar gegenüber, mit freilich ebenfalls breitem Kurzkopf und –gesicht aber abgeschrägter Stirn und längerem, geradem oder sanft gewölbtem, statt persermäßig eingezogenem Nasenrücken. Diese Form, welche der unseres Kurzhaartigers, etwa auch der bei unserer europäischen Wildkatze entspricht, müßte, wäre sie auch nicht so schön, schon mit Rücksicht auf ihr Normalgepräge unserem Langhaar erhalten bleiben. Tatsächlich wirkt sie ästhetisch überaus anziehend. " - hier spricht ein echter Katzenliebhaber und ein Freund von natürlichen Formen, der sehr fasziniert von der europäischen Wildkatze war und selbst meist kurzhaarige getigerte Katzen als Haustiere hielt.

Eine wunderschöne Europäische Wildkatze

Liest man Schwangarts Beschreibung eines Persers vom Ende der 1920er, so denkt man automatisch an die heutigen fast nasenlosen Perser, deren riesige Augen beinahe aus dem Schädel zu kullern scheinen. Die hat der weitsichtige Professor jedoch noch gar nicht gekannt, sondern er meinte mit seiner Charakterisierung Katzen, die heute unter die "traditionellen Perser" oder "Perser mit Nase" fallen würden.

Perser von 1929

Leider war der gute "Katzen-Schwangart" seiner Zeit um fast ein Jahrhundert voraus und seine Idee einer naturnahen langhaarigen Katzenrasse wurde in der Nachkriegszeit und der Zeit des Wirtschaftswunders von der Begeisterung für immer exotischere Rassen und immer extremere Ausprägungen überrollt.